In seiner berüchtigten Stratfor-Rede vom 4.2.2015 offenbarte der US-amerikanische Politologe George Friedman die „zentrale Strategie der US-Geopolitik“: „konkurrierende Mächte gegeneinander aufzuhetzen und in den Krieg zu treiben“ – ganz nach dem Prinzip „Teile und Herrsche“. Jedoch ist dieses Prinzip nicht nur in der Geopolitik zu finden. Egal, ob außenpolitisch, innenpolitisch, parteipolitisch, medienpolitisch, wirtschaftspolitisch, flüchtlingspolitisch usw. – überall wird gegeneinander aufgehetzt, die Bevölkerung polarisiert und in verschiedene Lager gespalten. Auch ich polarisiere, jedoch auf eine besondere Weise:  nämlich bewusst nicht wie sonst zwischen links und rechts, schwarz und weiß, Ost und West, Diktator oder Demokrat, usw. Vielmehr besteht die Polarisierung darin, zwei Strömungen zu beobachten und zu unterscheiden: die welche spaltet und diejenige, die das Gemeinsame sucht, versöhnt und wiedervereint. Das Prinzip „Teile und Herrsche“ sowie das eigene Lager überwinden, indem man anderen die Hand reichet und das Völkerverbindende sucht. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Lager diese Stimme stammt, und auch nicht, ob man mit allem einverstanden ist, was sie sagt.

Ein alter Indianer sprach zu seinem Enkel: „In mir wütet ein Kampf. Es ist eine Auseinandersetzung zwischen zwei Wölfen, die in meinem Herzen wohnen. Der eine Wolf ist böse – er besteht aus Wut, Eifersucht, Habsucht, Größenwahn, Schuld, Groll, Lügen, Stolz, Überheblichkeit und Eigennutz.

Der andere Wolf ist gut – er ist Freude, Friede, Liebe, Hoffnung, Gelassenheit, Demut, Freundlichkeit und Mitgefühl. Auch in dir wütet dieser Kampf – ja, in jedem Menschen.“ Junger Indianer, neugierig: „Welcher Wolf wird gewinnen?“ Alter Indianer, lächelnd: „Der Wolf, den du fütterst ….“

„Inhalte sind wichtiger als Kategorien wie ‚links‘ und rechts‘.“

In einem Interview vom 23.4.2016 mit AfD*-Parteichefin Frauke Petry stellte das Schweizer Radio SRF folgende, typisch polarisierende Streitfrage: „Wer ist für Sie zu rechts – Hitler?“ Hier nun Petrys differenzierte Antwort, die auf der Webseite von SRF als einzige des Interviews nicht schriftlich abgedruckt wurde: „Mit den Begriffen wie ¸links‘ und ¸rechts‘ zu operieren fällt mir nach wie vor schwer, weil wir in Deutschland einen Kampf zwischen ¸links‘ und ¸rechts‘ als einen Kampf zwischen angeblich moralisch ¸gut‘ und moralisch ¸böse‘ erleben. Das sind für mich die falschen Kategorien. Wenn von den Linken, wie z.B. Sahra Wagenknecht, ein guter Vorschlag kommt […], dann kann ich diesen Vorschlag genauso begrüßen wie Vorschläge aus anderen Parteien, wenn sie vernünftig sind. Deshalb rege ich an, die Kategorien von ¸links‘ und ¸rechts‘ zu verlassen und über Inhalte zu reden. […] Distanzierung von Gewalt ist eine Selbstverständlichkeit […]. Überall da, wo der Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung verlassen wird, wo Hass tatsächlich als Mittel zum Zweck benutzt wird – was uns häufig vorgeworfen wird – und Hass und Kritik dabei völlig durcheinandergeraten, überall dort wo Menschen aufgrund ihrer ethnischen Herkunft diffamiert werden, da ist für mich eine Grenze und da war die Grenze auch schon immer.“  *Alternative für Deutschland

Demokratie beruht auf drei Prinzipien: auf der Freiheit des Gewissens,  auf der Freiheit der Rede und

auf der Klugheit, keine der beiden in Anspruch zu nehmen.“ Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller (1835–1910)

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