Die Welt schreibt: Sebastian Fiedler vom Bund Deutscher Kriminalbeamter im Interview. Über die Frage, ob Polizei und Politik Ausländerkriminalität verheimlichen, und die neue Zeitrechnung, die am 31. Dezember 2015 begann.

Es gab Zeiten, da taugte Sebastian Fiedler fast zum Kronzeugen der Systemskeptiker und Politikverdrossenen. Gemeinsam mit anderen Polizeigewerkschaftern schimpfte der Landesvorsitzende vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), hierzulande werde die Sicherheitslage dramatisch schöngefärbt und das wahre Ausmaß der Ausländerkriminalität unterschlagen.

Auch der BDK-Chef teilte den Vorwurf, auf Drängen der Politik verschweige die Polizei allzu oft die Nationalität von Tatverdächtigen. Mittlerweile hält Fiedler diesen Vorwurf für kaum mehr gerechtfertigt. Wie dieser Meinungswandel zustande kam, erklärt er im Gespräch.

Welt: Herr Fiedler, seit den Silvesterübergriffen dominiert ein gravierender Vorwurf die Debatte um die innere Sicherheit in NRW: Politik und Polizei verheimlichten die Ausmaße der Ausländerkriminalität. Ist da was dran?

Sebastian Fiedler: Bis in die ersten Tage dieses Jahres hinein war da sicher was dran. Übrigens auch bei den Medien. Mir sind Fälle bekannt, in denen meine Kollegen Pressemitteilungen noch im letzten Moment entschärft haben, also die ausländische Herkunft des Täters oder Verdächtigen aus dem Text strichen – selbst dann, wenn diese Fälle eindeutig einen Trend widerspiegelten. [Weiterlesen]

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