Gesehen bei: http://www.christliche-impulse.de/?pg=2311

Es ist über ein halbes Jahrhundert her, dass ich als Jugendlicher in die Bundesrepublik gekommen bin. Noch sehr gut in Erinnerung sind mir die gleichgeschalteten DDR-Medien mit ihren Jubelberichten.

Egal, ob es um die “Plan-Übererfüllung im sozialistischen Wettbewerb”, um den “Freiwilligen Einsatz im nationalen Aufbauwerk”, um die “Geschlossenheit der Werktätigen hinter den Beschlüssen der Partei der Arbeiterklasse” ging, immer wurden begeisterte Aktivisten für die Sache des Sozialismus vorgeführt und adäquate Berichte veröffentlicht.

Natürlich wusste jeder, der bei klarem Verstand war, dass das alles nur Propaganda war, aber es war klug, das nicht zu sagen, sondern nahm an den verordneten Jubelveranstaltungen teil.

Daran wurde ich spontan erinnert, als ich dieser Tage eine Sendung sah, in der es auch um das unvermeidliche Flüchtlingsthema ging, wo freudig erregt, über die weiterhin große Zahl der freiwilligen Helfer in Sachen Flüchtlinge berichtet wurde, was bei Gesprächsteilnehmern und Zuschauern zu einer starken Beifallsbekundung führte.
Da spürte ich auf einmal ganz deutlich, dass wir irgendwo verdummt werden, wenn auch nicht so krass wie in der früheren DDR.

Aber auch bei uns ist schon lange, von interessierten Kreisen gesteuert, ein öffentliches Meinungsklima entstanden, dem, trotz besserer Einsicht, niemand zu widersprechen wagt, weil das auch bei uns existenzbedrohend werden kann.

Wer bildet denn bei uns die Meinungen? Zum Beispiel dass CO2 klimaschädlich, die Energiewende gut, Kernenergie schlecht, Gendervielfalt gut, die herkömmliche Familie überholt, Flüchtlinge gut, Kritiker böse, der Islam eine Geschwisterreligion und die das anders sehen Hetzer sind? Liegen dem eigene Erkenntnisse zugrunde oder wurde nur etwas übernommen, was andere für uns erdacht haben?

Die USA haben viele große Präsidenten hervorgebracht. Von daher verwunderte es mich, dass die USA keine besseren Kandidaten zu bieten hatten, als den rüpelhaften Donald Trump, mit seinen unverschämten Aussagen und Hillary Clinton, die es, als die alternde Gattin eines ehemaligen US-Präsidenten, jetzt auch einmal versuchen wollte? Dazu kamen dann noch die, einer zivilisierten Nation unwürdigen Schlammschlachten zwischen den beiden Kandidaten.

Am Ende siegte dann, wider Erwarten der medialen Meinungsbildner und Volkserzieher, der “Rüpel” Donald Trump, dessen Ankündigungen für den Fall seiner Wahl nicht sehr erfreulich klangen, was die linksgerichteten Medien sofort zu den schlimmsten Befürchtungen und Untergangsszenarien inspirierte.

Dafür dass Donald Trump die Wahl gewann, gibt es sicherlich viele Gründe, wobei jeder seiner Wähler seine eigenen Vorstellungen hatte, weshalb sich die Frage nie endgültig beantworten lässt.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass es gerade die nassforsche Art des Kandidaten Trumps war, die ihm zum Erfolg verhalf. Er hat in einer frechen Art und damit ehrlich gesagt was er denkt. Vergleichbar mit einem pubertierenden Knaben, der sich frech gegen seine, ihn bevormundenden Eltern auflehnt.

Und damit traf er den Nerv derjenigen, die sich, auch in den USA, vom Zwang der politischen Korrektheit eingeengt und bevormundet fühlen.

Für “alle Menschen guten Willens” – vereinfacht als “Gutmenschen” bezeichnet – daran gewohnt, den anderen zu vermitteln, wie sie die Dinge zu sehen und wie sie zu denken haben – war die Wahl von Donald Trump ein echter Schock, der ihr bisheriges Weltbild erheblich erschüttert hat.

Entsprechend dann auch die Kommentare in den gleichgerichteten Medien, in denen eine Art Weltuntergang beschworen wurde.

Wie ist das alles zu bewerten?

Donald Trump hat Unerfreuliches angekündigt. Abgesehen von Dingen die nur die USA betreffen, wie der Bau einer Grenzbefestigung zu Mexiko, die Abschiebung von Millionen illegaler Einwanderer, die Rücknahme der Krankenversicherung und ähnliches, gibt es eine Reihe von Dingen, die auch uns betreffen.

Da wäre die Kündigung des Klimaschutzabkommens zu nennen, was man vergessen kann, weil es hier nichts zu schützen gibt. Der Anteil von 0,038% CO2 in der Atmosphäre entspricht dem Verhältnis einer Strecke von 38 Metern zu 100 km, was unerheblich ist. Das Wetter bleibt weiterhin chaotisch und unberechenbar und das Klima sind virtuelle Durchschnittwerte, die in der Natur so nicht vorkommen.

Kritisch zu sehen sind allerdings Zollschranken und Abschottungen gegenüber Europa.

Teuer kann es werden, wenn die USA höhere Anstrengungen zur Verteidigung erwarten. Positiv ist, wenn Trump kein Feindbild gegenüber Russland pflegt und die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin mit harschen Worten geißelt.

Bisher war es aber immer so, und so wird es auch künftig sein, dass zwischen den Ankündigungen und dem was dann wirklich getan wird, ganz erhebliche Unterschiede bestehen.

Es gibt Sachzwänge und Notwendigkeiten, denen sich auch ein Donald Trump nicht entziehen kann. Dazu gehören die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den USA und Europa. Es wird also nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird und in Kreisen der Wirtschaft ist von Panik nichts zu spüren.

Wie ist es denn mit dem Brexit? Letztlich auch das eine Fernwirkung Merkelscher Flüchtlingspolitik. Nachdem die letzte Entscheidung hierüber dem britischen Parlament obliegt, könnte ich mir vorstellen, dass das Ganze am Ende ausgeht wie das Hornberger Schießen.

Was den politisch-medialen Komplex in Unruhe versetzt sind nicht so sehr wirtschaftliche Nachteile, sondern dass das “Vorbild Trump” zum Widerstand gegen das linkslastige Establishment ermutigt, mit der Folge dass “rechtspopulistische Parteien”, wie die AfD, weiter Zulauf erhalten.

Und das könnte eine sehr reale “Gefahr” sein. Fragt sich nur für wen?

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