Verfasser bekannt.

Und alsbald krähte der Hahn. Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich drei-mal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

Matthäus 26, Verse 74 und 75

Was ist eigentlich das Besondere an der Verleugnung des Petrus? Das sehe ich darin, dass für ihn keine akute Gefahr bestand, weil ihm niemand etwas antun wollte, sondern dass er Jesus rein vor-

sorglich für den Fall verleugnet hat, dass es für ihn Probleme gegeben hätte, wenn er als Jünger Jesu identifiziert worden wäre.

Daran musst ich denken, als ich dieser Tage folgende Meldungen erhielt:

“Wie in vielen Städten war und ist es Tradition, auf dem Marktplatz einen großen Tannenbaum aufzustellen und zu schmücken. Diesen Brauch wollten Bürger von Bozen (Südtirol) auch in diesem Jahr 2017 pflegen. Auf Druck der Stadtverwaltung musste jedoch der Baum vor dem Rathaus wieder abgeräumt werden! Warum? Die Begründung lautete, man erwarte in dieser Sache eine muslimische Abordnung.

Möglicherweise würden religiöse Gefühle der Muslime verletzt und sie könnten daher beleidigt sein, wenn der Weihnachtsbaum stehen bliebe.”

“Was für eine Aufregung im beschaulichen Lüneburg südöstlich von Hamburg. Das Johanneum-Gymnasium verzichtet nämlich in diesem Jahr auf eine Weihnachtsfeier während der Unterrichtszeit.

Der Grund: Im vergangenen Jahr hat sich offenbar eine muslimische Schülerin darüber beschwert, dass die dort gesungenen christlichen Lieder nicht mit ihrem Glauben vereinbar seien.

Statt der Pflichtfeier während des Unterrichts gibt es nun eine freiwillige Feier am Nachmittag, um dennoch eine Weihnachtsfeier zu haben – organisiert von der Schülervertretung.

Die Schulleitung beruft sich bei der Entscheidung auf das niedersächsische Schulgesetz. Dieses besagt, dass im Unterricht auf religiöse Überzeugungen zu achten sei und auf Empfindungen Andersdenkender Rücksicht genommen werden müsse. Dies berichtet der „NDR“.

Und jetzt des Erstaunliche:

Entgegen verbreiteter Vorurteile sind die Muslime nicht unbedingt die Auslöser eines angepassten und als unterwürfig empfundenen christlichen Verhaltens.

Denn es war auch folgendes zu lesen:

“Muslimische Eltern hätten ihre Kinder teilweise bewusst an der Schule angemeldet, damit diese auch andere Kulturen und Religionen kennen lernen.

Und die Muslimische Gemeinschaft befürchtet Vorurteile.

Unverständnis erntet das Johanneum übrigens vom Landesverband der Muslime in Niedersachsen, der in einer schriftlichen Stellungnahme an den „NDR“ die Befürchtung äußerte, dass die Schule eine Diskussion angestoßen habe, die schnell zu einem Vorurteil gegen alle Muslime werden könne.”

Und hier ergibt sich die Parallele zur Verleugnung des Petrus, der keinen Mut hatte, sich zu Jesus zu bekennen. Genau dasselbe haben wir in Bozen und in Lüneburg.

Warum denn gleich kneifen und nicht erst abwarten, was vorgetragen wird um darüber ins Gespräch zu kommen? Durch “christliches Duckmäusertum” werden so einmalige Chancen zum Bekennen des eigenen Glaubens verpasst.

Was schließen wir daraus? Nicht immer sind es die “Anderen”!

Das Ungute ist, wenn den “Anderen” etwas unterstellt und dann als “wahr” geglaubt wird, was man als Vorurteil bezeichnet.

Dass es auch anders geht, zeigt folgende Begebenheit:

M. – Mitarbeiterin in einem Krankenhaus in N. schreibt an den Internationalen Gideonbund folgendes:

”Seit kurzem liegen in unserem Krankenhaus wieder neue Bibeln. Eine junge türkischstämmige Frau, deren Sohn auf meiner Station lag, hatte plötzlich eine kleine Bibel in der Hand und frage mich

ganz begeistert, ob sie die für eine Woche ausleihen dürfe. Ich hatte keine Zeit mehr, weiter mit ihr zu reden und habe ihr gesagt,

dass sie die Bibel gern behalten darf und ihr Gottes Segen gewünscht. Auch wenn Sie die Früchte Ihrer Arbeit nicht immer sehen, so wachsen sie doch.”

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